Melanie Mühl - Menschen am Berg
BUCHTIPP
Menschen am Berg
Starke Reportagen von Melanie Mühl
Melanie Mühl ist Feuilleton-Redakteurin bei der FAZ. Das ist das eine. Das andere: Sie ist von den Bergen begeistert. Für eine Reportage könnte die Passion von Nachteil sein, könnte die Sicht verstellen, könnte dazu verleiten, die rosarote Brille, durch die alles nach viel heiler Welt aussieht, gar nicht erst abzunehmen.
Doch glücklicherweise hat sie sich den journalistischen Blick (fast) gar nicht verstellen lassen. Sie porträtiert Menschen, die im Gebirge leben (Bauern und Aussteiger), die dort arbeiten (Tunnelbauer und Touristiker) und solche, die sich die Berge als Dorado ihrer Freizeiten gewählt haben (Bergsteiger, Skifahrer).
Die Reportagen sind geprägt von journalistischer Neugier, exakter Beobachtung und schönem, Lesefreude bereitendem Schreibstil.
ARD-„Vorleser“ Denis Scheck urteilte denn auch: „Manchmal gerät man an ein Buch, das ganz bescheiden und ohne viel Aufhebens daherkommt, das einem aber durch einen kleinen Kniff eine völlig andere Sicht auf die Wirklichkeit einräumt…“
Dass auch Melanie Mühl sich der großen Faszination, die von den Bergen ausgeht, nicht wirklich entziehen konnte, ist beinahe folgerichtig – wer kann das schon? Und eigentlich hat diese emotionale Nähe zum Thema dem Buch nur gut getan:
„Über die Berge zu schreiben, ist immer eine Gratwanderung. Man versteigt sich leicht im Ästhetizismus oder rutscht ab in den Kitsch“, rezensierte die SZ. „Mühls gut trainierte Prosa zeigt sich diesen Gefahren gewachsen.“
Ein Lesebuch, das man sich unbedingt gönnen sollte.
Melanie Mühl: „Menschen am Berg. Geschichten vom Leben ganz oben.“
128 Seiten, Hardcover, € 14,90.-
Verlag Nagel & Kimche, 2010











